In diesem Beitrag kannst Du erfahren, wie Du mit minimalem Aufwand Obst erntest und dir eine stabile Schüttelstange baust.

Aber auch, welche Ideen Streuobstwiesen in deinem Ort sehr populär machen können.

Einen besonderen Dank an Peter Gwiasda für das Teilen von Wissen und „Beute“!

Streuobstwiesen sind ökologisch besonders wertvoll

denn viele Tier- und Pflanzenarten haben hier ihre letzten Rückzugsgebiete.

Daher haben es sich sowohl der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. als auch zahlreiche private und andere lokale Gruppen zu ihrem besonderen Anliegen gemacht, Obstwiesen zu schützen, indem sie sie nutzen. Ganz nebenbei erreicht man so eine Selbstversorgung mit Obst, Säften und Obstprodukten.

Es gibt hunderte neue und alte Obstsorten, eine riesige, leckere Fülle für viele Zwecke:

…manche sind Tafelobst, das direkt nach der Ernte oder nach sortenspezifischer Lagerzeit frisch am besten schmeckt.

Es gibt aber auch Kelterobst-Sorten, aus denen Saft gepresst wird.

Aus diesem entsteht dann Apfelwein, Apfelsecco oder Apfelessig, aber auch Apfelgelee, Apfellikör und eine kreative Vielzahl weiterer toller Produkte.

In diesem Beitrag liest Du, wie Du mit minimalem Aufwand die hochstämmigen alten Bäume für Kelterobst abernten kannst.

Diese Dinge packst Du am Abend vorher in Dein Auto:

viele weite Jutesäcke*, beispielsweise aus der Kaffeerösterei oder dem Landhandel,
1-2 flache, mit Zeitungspapier ausgelegte Gemüsekisten für besonders schöne Äpfel,
1-2 möglichst breite Laubrechen für das schon vorhandene Fallobst,
1-2 Falteimer, falls unter deinem Baum kein Platz für das Fallobst ist,
möglichst viele große Bettlaken, Planen oder Picknickdecken,
pro Person 1 Korb mit einem (1) Henkel**,
1-2 Schüttelstangen aus langen Bambusrohren, an die ein Haken befestigt ist, siehe Abbildung,
Gartenhandschuhe, denn die Obstzeit ist auch die Wespenzeit.

*Wenn die Jutesäcke weit sind, hast Du es leichter, die Äpfel aus Deinem Korb hinein zu füllen. Außerdem kannst Du die Säcke dann nur halb füllen, sodass sie noch bequem zu tragen sind und sie dann stabiler aufschichten. Große Säcke kannst Du später noch für andere Aufgaben im Garten verwenden, beispielsweise für die Abdeckung großer Blumentöpfe.

**Körbe mit nur einem Henkel lassen sich mit einer Hand tragen oder verschieben, sodass die andere Hand Äpfel sammeln kann. Falls der Korb schwer wird, können ihn aber trotzdem 2 Personen tragen.

So kleidest Du Dich am Tag der Tat:

  • halbhohe, besonders stabile Schuhe, damit Du auf den Äpfeln nicht umknickst,
  • im sprichwörtlichen Zwiebellook, denn beim Schütteln und Sammeln kann es schon mal warm werden,
  • ein Helm ist von Vorteil, aber sieht natürlich nicht immer so cool aus wie auf dem Foto.

Dies nimmst Du morgens außerdem noch mit:

  • eine Thermoskane mit warmem Tee, falls Du früh loslegen willst
  • weitere Getränke für später und
  • ein kleines Picknick.

Denn die körperliche Arbeit macht durstig und hungrig.

Übrigens: NICHTS regeneriert nach anstrengender Arbeit so gut wie süßes Obst!

Probier es doch einmal aus, es ist wirklich klasse!

 

Und so gehst Du vor:

Sammele frische und brauchbare Äpfel, die schon unter dem Baum liegen auf und reche dann das restliche Fallobst zusammen. Du kannst es als Dünger unter dem Baum oder in der Nähe des Baumes lassen oder mithilfe der Falteimer zu einer Ecke für Grünabfall mitnehmen.

Wenn nämlich das alte Fallobst weggeräumt ist, hast Du weniger Flecken auf Deinen Decken und eine geringere Verletzungsgefahr beim Aufsammeln.

Dann breitest Du die mitgebrachten Planen und Bettlaken aus. Das geht natürlich am besten zu 2 oder mehr Personen.

Mit Kindern macht das besonders viel Spaß!

Ideal ist, wenn ihr so viele Bettlaken organisieren könnt, dass wenigstens unter der einen Hälfte des Baumes alles abgedeckt ist.

So werden die Äpfel beim Herunterfallen nicht von darunterliegenden spitzen Steinen oder Grashalmen angepiekt und das Aufsammeln ist bequemer.

Wenn es windig ist, beschwert ihr die Ecken mit Gewichten, beispielsweise mit Äpfeln.

Nun kommen die Schüttelstangen zum Einsatz.

Wenn Du mit ein bisschen Gefühl vorgehst, schaffst Du das, ohne Äste abzubrechen.

Während des Schüttelns ist ein Helm praktisch.

Wenn Du keinen hast, versuche wenigstens, während dessen nicht nach oben zu schauen 🤭

Nun geht ihr einmal rund herum und werft die „ausgebüxten“ Äpfel auf die Laken oder sammelt sie mit den Körben ein. Mathematiker erklären ihrem Nachwuchs bei dieser Gelegenheit die Gaussche Glockenkurve in der Praxisanwendung. Endlich ist mal klar, wozu man Mathematik braucht!!

Wenn 2 Personen anpacken, kann man dann die Laken und Körbe leicht in die Säcke entleeren: einer hält auf, einer schüttet.

Besonders schöne Äpfel wirst Du vielleicht zu schade zum Keltern finden und zum Essen aufheben wollen. Diese legst Du in die mitgebrachten Kisten.

Praktisch ist hier eine Pappe oder Folie mit Vertiefungen, die sonst im Supermarkt für Obst verwendet wird. So stößt dein Tafelobst nicht aneinander und hält sich dadurch besser.

Besonders in Hessen gibt es noch viele lokale gewerbliche und auch private Keltereien.

Wo die nächste in Deinem Ort ist erfährst Du über deine BUND- Ortsgruppe.
Informiere Dich am besten vorab über die Termine, und Ernte die Äpfel dann erst kurz vorher.

So baust du dir eine stabile Schüttelstange:

Ideal ist natürlich, wenn so eine Stange besonders lang ist, 6 m sind zum Beispiel für die alten Hochstämme gut brauchbar. Für die reichen nämlich die im Handel erhältlichen Verlängerungsstangen für Pflückhilfen (Stab mit Beutel dran) nicht aus.

Kauf Dir also eine oder mehrere stabile Bambusstangen, die Du je nach Länge überlappend aneinanderlegst, um auf 5-6 m zu kommen.
Schneide aus ca. 7-10 cm breitem Holz einen Haken mit einem Kreisdurchmesser von ca. 12 cm, siehe Foto.

Damit das Holz beim Einsatz nicht reißt, bohrst Du einen stabilen Stift quer zur Faser hindurch und befestigt ihn mit einer Schraube.

Der Haken wird wegen der Sprödigkeit des Bambusstabs nicht mit diesem verschraubt, denn dann müßtest du den Bambus anbohren. Sondern mit Krokodilband großzügig festgeklebt.

Deswegen ist es gut, wenn dein Haken mindestens 20 cm lang ist. So hast Du genug Länge, die Du mit dem Bambus verbinden kannst.

Spare bei allem ökologischen Bewusstsein an diesem Punkt nicht am Klebeband und nimm es auch zu den ersten Einsätzen mit, bis Du sicher bist, dass Deine Konstruktion hält.

Auf dem Foto siehst Du eine gute Möglichkeit, die durch ihre Länge recht sperrigen Schüttelstangen zu transportieren. Ansonsten musst du sie aus dem Fenster ragen lassen oder mietest dir zur Feier des Tages ein Cabrio 😉

Gemeinsam lohnt es sich noch mehr

…und macht viel mehr Spaß! Bei uns im Ort haben sich mehrere Familien zusammengetan, um den Autoanhänger im Bild zu kaufen, den sie wechselweise für Gartenzwecke wie diesen nutzen.

Eine andere Gruppe betreibt gemeinsam eine Kelter, mit der sie die Äpfel waschen, zerkleinern und auspressen.

Wenn der Saft gelagert statt zu Apfelwein vergoren werden soll, braucht es auch eine Möglichkeit des Pasteurisierens. Dafür gibt es verschiedene Verfahren, die aber hier nicht Gegenstand sind.

Ich möchte dir noch einige Anregungen geben zum Erhalt oder Aufbau lokaler Streuobstwiesen

Hier in Wehrheim erfreut sich ein Obstbaum-Patenkonzept großer Beliebtheit

Dafür pflanzt die Gemeinde an geeigneten Feldwegen Obstbäume, die die Anwohner dann in Patenschaft übernehmen können.

Das bedeutet, dass sie bei unserer BUND- Ortsgruppe einen kostenlosen Obstbaum-Schnittkurs besuchen können (freitags abends Theorie, samstags vormittags dann angeleitete, praktische Übungen an ortseigenen Bäumen).

So werden sie in die Lage versetzt, ihre Bäume fachgerecht zu schneiden und damit dauerhaft zu erhalten.

Im Gegenzug dürfen sie die Äpfel behalten. So sind alle zufrieden: der Ort blüht im Frühjahr buchstäblich auf, im Herbst locken überall die reifen Äpfel und die Einwohner lassen es sich schmecken und tun Gutes für den Natur- und Artenschutz.

Denn besonders die vielen alten Obstsorten können auf diese Weise erhalten werden.

Das ist besonders für Familien mit Kindern, aber ohne Garten eine tolle Sache!

Unsere BUND- Ortsgruppe hat entsprechende Werkzeuge angeschafft

…wie Motorsägen und Hochentaster (Kettensäge am Stiel), die kostenlos genutzt werden dürfen und so die Arbeit an den großen alten Bäumen wesentlich erleichtern.

Außerdem haben wir einen Apfelweinwettbewerb ins Leben gerufen

…bei dem Proben der selbstkreierten „Äppler“ von Hobbykelterern abgegeben, anonymisiert und verkostet werden.

Auf einem Zettel notieren die immer fröhlicher werdenden Besucher die Punktzahl. Die Blätter werden eingesammelt und von neutralen ( und nüchternen) Personen ausgewertet.

Erst ganz am Schluss wird verglichen, welche Startnummer wessen Namen trägt. Mit dem Ergebnis wird dann der jährliche Apfelweinkönig*in gekürt.

Dieser Wettbewerb ist jedes Jahr im Frühsommer, wenn der Apfelwein fertig ist.

Aber bereits im Herbst treffen sich die Apfelweinfreunde zur Verkostung ihres “Primeurs“

…angeblich auch immer ein sehr fröhliches Ereignis.

Für die Jüngsten Apfelfreunde haben wir eine kleine Handkelter gekauft

…mit deren Hilfe unsere Kindergarten- und Grundschulkinder frischen Saft bereiten können. Der heißt hier in Hessen nicht umsonst „Süßer“ und erfreut sich großer Beliebtheit.

Aber die Kinder haben auch eigene Bäume mit Tafelobst

…das von engagierten Eltern rechtzeitig gepflückt und dann in den Pausen ausgegeben wird.

An den jeweiligen Bäumen hängt schon früh ein Schild, dass hier die Pausenäpfel unserer Grundschüler wachsen und sie bitte hängengelassen werden.

Außerdem gibt es zur Erntezeit des öfteren Sortenbestimmungstage mit leibhaftigen Pomologen

…wo Privatleute Äpfel aus Ihrem Garten mitbringen und sich die genaue Sorte bestimmen lassen können.

Es finden sich immer wieder richtige Schätze in Privatgärten!

Wir bieten auch Spaziergänge durch (blühende oder tragende) Streuobstwiesen an

und zeigen im Anschluss kleine Ausstellungen, was man alles tolles aus Äpfeln machen kann. Da kommt schon einiges leckeres zusammen!

Und seit ein paar Jahren gibt es in unserer Gemeinde Apfel-Rezeptbücher

…mit vielen regionalen Apfelrezepten, von der Suppe bis zum Nachtisch.

Vielleicht magst Du die eine oder andere Idee mal in Deinem Ort anregen?

Es macht wirklich Spaß und du lernst dabei nette Leute kennen und sehr viel nützliches, praktisches Wissen. Du bist viel an der frischen Luft, deine Kinder und du erleben Erntefreuden, die ganz unabhängig von Geld sind und ihr tut Gutes für den Natur- und Artenschutz.

 

Also: mutig voran!

 

 

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